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Pfeifend zogen die letzten Ausläufer der Druckwelle über ihre Köpfe hinweg bevor sie begleitet von einer undurchdringlichen Staubwolke in sich zusammenbrach. Bruchstücke größerer Trümmer schlugen jenseits ihrer Position in die ohnehin schon fast zusammengebrochenen Häuserruinen. Das Ende dieser Stadt hätte verheerender nicht sein können. Ein nicht zu vermeidender Vorgang. So hatte es die Regierung ihren Bürgern versucht zu erklären, was aber niemand so recht zu glauben konnte, da es sich doch schon Monate vorher durch deutliche Anzeichen bemerkbar gemacht hatte die niemanden verborgen geblieben waren.
Niemand konnte seine Blicke von den Fernsehgeräten abwenden als die drei ,, Auserwählten ´´ einer nach dem anderen förmlich hingerichtet wurden. Dabei wusste keiner so genau warum. Hatte es sich um eine Machtdemonstration der Regierung gehandelt ? Waren die 3 Menschen denen niemand mehr helfen unschuldig ? Niemand traute sich diese Fragen offen zu stellen, da man ansonsten als Geächteter sein ganzes Leben bis zum grausamen Ende gejagt werden würde. Die Regierung verstand es ihre ,, Schäflein `` zusammenzuhalten. Und wo war die Regierung jetzt ?
Schauten sich die hohen Minister genüsslich mit einem gefülltem Cognacglas in der Hand diese Jagd nach einzelnen Menschenleben an ? Jetzt galt es die einzelnen zum Wohle der Gesamtheit zu opfern. ,, Dreckskerle ´´ dachte sich Vincent empört als er langsam unter den Trümmer hervorkroch. Conner hatte es auch geschafft sich unter einem der größeren Trümmerstücke in Sicherheit zu bringen. Ein Glück. ,, Connor alles klar bei dir ?`` fragte Vincent hustend nachdem er sich den Staub einigermaßen aus der Kleidung geklopft hatte. ,, Wie immer.´´ entgegnete ihm Connor gelassen, der sich inzwischen auch aus seinem Versteck hervorgewagt hatte.
Vincent inspizierte währenddessen das Magazin seiner AK 47 und stellte mit Zufriedenheit fest, dass er immer noch genügend Munition haben würde um es diesen verdammten Unions zu zeigen, die die Stadt hermetisch abgeriegelt hatten, um die Verluste genau kalkulieren zu können. ,, Bereit Vince ?´´ ,, Klar . ´´ entgegnete ihm Vincent grinsend, als er den Ladeverschluss nach hinten schnellen ließ. Nach kurzem abwarten liefen sie den schmalen Pfad entlang, der früher mal eine Straße gewesen sein mochte und jetzt von mehreren Trümmerteilen begrenzt wurde. Unter manchen von ihnen konnte man Schemen ausmachen, bei denen es sich früher um funktionstüchtige Menschenglieder gehandelt haben musste, aber jetzt eher einem Farbklecks ähnelten der von brockenartigen Gebilden oder Fäden durchzogen wurde.
Aber auf diese unwichtigen Dinge konnte sich weder Vincent noch Connor konzentrieren. Ihre Gedanken waren jetzt nur noch auf ein Ziel gerichtet. Nämlich die Unions an ihrer empfindlichsten Stelle zu treffen. Es musste endlich ein Ende haben mit den regelmäßigen Hinrichtungen im Namen der Regierung von Trell. Unzählige waren ihr schon in die Hände gefallen. Man rechnete inzwischen mit bis 500.000 Toten jährlich. Die Regierung bemühte sich die Zahlen so gut es ging zu verfälschen. Aber Vincent wusste es besser als jeder andere. Den er selbst war einmal einer der mächtigsten Männer dieses Planeten gewesen. Doch nun war er durch seine eigene Hand wie jeder andere auch ein Mensch. Connor hatte ihn auf den richtigen Weg geführt.
Nicht umsonst war er als einer seiner engsten Berater tätig gewesen. Alles war für Vincent damals noch ein Schachspiel gewesen, dessen Figuren in Wahrheit nur benutzt worden waren um höhere Ziele zu erreichen. So waren Er und Connor nur benutzt worden, aber das gehörte nur der Vergangenheit an. Nun würde sich hoffentlich alles ändern, auch wenn er dafür Leben nehmen musste um Leben zu schützen. Sie beide hatten keine Armee, aber sie hatten den Glauben und die Hoffnung daran, dass sie die entgültige Wende einläuten würden. Ihrer beider Gedanken wurden unterbrochen, als sie das leise monotone Summen wahrnahmen, das aus einer der Seitenstraßen kam.
,, Deckung .´´ schrie Vincent und stellte erleichtert fest, dass Connor schneller geschaltet hatte und sich mit seinem Grantatenwerfer bereits Deckung hinter einer halb eingestürzten Mauer gesucht hatte. Sein Atem ging schwer, was nicht zuletzt an der immer noch Staubdurchzogenen Luft liegen mochte die auch die Sicht behinderte. Er schloss das Visier seines Helmes, obwohl er wusste das es den großkalibrigen Geschossen nicht Stand halten würde, die die Spürpanzer in kurzen Intervallen verschießen würden, wen sie Conners und seine Position ausmachen würden. Dennoch hatten auch sie noch längst nicht ihr letztes Pulver verschossen. Sie hatten immer noch mehrere Hypergranaten und auch noch den verlässlichen Granatenwerfer.
Wenn es nötig war, würde er seine Gegner mit in den Tod reißen. Man musste in dieser Zeit in die vollen gehen, um etwas erreichen, das hatte ihnen der Doktor immer wieder eingebläut, nachdem er so plötzlich verschwunden war. Er war es auch der ihnen einen kleinen Vorsprung verschafft hatte, um vor ihren Gegner zu fliehen. Aber auch ihr Gegner würde nicht lange auf sich warten lassen. Er würde sie finden, denn die Maschen des planetaren Überwachungsnetzes waren eng. Und er hatte seine Hunde schon auf ihre Fährte angesetzt.
Riesige Raupenfahrzeuge mit einer gewaltigen Feuerkraft und ausgereiften Spürsensoren für präzise Ortungen und einer fast undurchdringlichen Panzerung. Und einer dieser ,, Hunde ´´ kam jetzt langsam näher und es war nur eine Frage von Sekunden, bevor er um die Ecke biegen würde. Connor klappte das Zielvisier seines Granatenwerfers auf und bereitete sich auf diese Situation vor. Vincent spürte bereits die verstärkten Vibrationen, die sich über den Boden ausbreiteten und einen kleinen, nahegelegenen Schuttberg einsacken ließen. Kurz darauf war es soweit. Der Spürpanzer war soeben um die Ecke gebogen, als Connor ohne zu zögern das Feuer auf ihn eröffnete.
Beide wussten, dass zögern nur zum Tod führen würde. Vincent feuerte etwa gleichzeitig mehrere Schüsse auf eine der Spiegellinsen, die die elektronische Weitwinkeloptik unterstützten, traf allerdings nur die Panzerung des Geschüztturmes. Connor hatte weitaus mehr Erfolg gehabt, was nicht zuletzt an der starken Waffendurchschlagskraft liegen mochte. Er hatte die rechte Sensorenreihe getroffen und dadurch die Ortungssysteme des Panzers stark beeinträchtigt. So machte sich Vincent daran, den Panzer von rechts in einem gebührendem Abstand zu attackieren. Der Panzerkommandant erkannte allerdings diese vorbereitete List und ließ die Schnellfeuerenergiegeschütze des Panzers unkalkulierbar feuern, während sich das Gefährt kurz um seine eigene Achse drehte um anschließend nach vorne zu brausen.
Connor konnte es in diesem Moment nicht riskieren den Panzer weiter mit Schüssen einzudecken, da das Fahrzeug sich in der nähe seines Freundes aufhielt. Er beobachtete gerade wie sich Vincent gerade noch zur Seite rollen konnte, bevor er unter eine der vorderen Raupenketten geraten konnte. Dieser Gegner gönnte ihnen vorerst keine Atempause und sicherlich würden auch bald weitere Verstärkungstrupps eintreffen um ihnen den Gar auszumachen. Vincent richtete sich gerade wieder auf, als der Panzer erneut seine Energiegeschütze ausrichtete, um Vincent aufs Korn zu nehmen, der sich rennend hinter einer Hausmauer Schutz gesucht hatte.
Das war die Chance die Antriebsketten des Panzers unter Beschuss zu nehmen, die Connor auch nutze. Er feuerte in schnellstmöglicher Abfolge fünf Hypergranaten in deren Richtung und hatte auch kurz darauf einen weiteren Erfolg verbucht, als eines der schweren Panzerprojektile unter einer gewaltigen Explosion in der Hausmauer einschlug, hinter der sich Vincent immer noch in Sicherheit gewogen hatte. Eine trügerische Annahme, da diese gerade unter der Wucht der Detonation förmlich auseinandergerissen wurde und eines der Trümmerteile gerade den Helm von Vincent traf, der kurz darauf Aufgrund des Aufpralls zusammenbrach. Connors Helmvisier verdunkelte sich leicht, um seine Augen vor der enormen Helligkeit zu schützen, die mit dem Einschlag des Panzerprojektils einher ging.
Als Connor registrierte, dass der Panzer sich nicht weiter bewegte sprintete er so schnell er konnte zu der Position seines Freundes von dem er nur ein leises röcheln vernehmen konnte. Einige Augenblicke später verging der Geschützturm des Spürpanzers in einer gewaltigen Explosion, als deren Auslöser Connor zwei Drantombomben kurz vor dem Einschlag ausmachen konnte, die offenbar von einem Gleiterbomberbomber aus abgefeuert worden waren. Das konnte nur bedeuten, das der Doktor zurückgekehrt war, um sie mitzunehmen. Kurze Zeit später vernahm Connor am Rande die aufheulenden Triebwerke des Gleiters, der gerade in ihrer Nähe landete, den er war gerade damit beschäftigt den dichten Staub vom Visier seines Freundes zu wischen, um sein Gesicht besser sehen zu können. ,, Halt durch Vince .´´
,, Ich ... Ich ... Schmerzen . ´´ Connor hörte Schritte hinter sich als er den schwachen Puls seines Freundes fühlte. ,, Er wird´s überleben, glaub´ mir. ,, Danke Doc, aber wir müssen ihn so schnell wie möglich auf die Medostation bringen.´´ ,, Kein Thema dafür bin ich ja hier . ´´ entgegnete ihm der Doktor entspannt und half Connor Vincent in den Gleiter zu hieven, dessen Triebwerke sich jetzt im Leerlauf befanden. Etwa zehn Minuten später jagten sie mit 500 Stundenkilometern über die zerklüftete Steinlandschaft Trells hinweg, um ihr Ziel, einen kleinen versteckten Bunker zu erreichen. ,, Connor, Rhodan möchte sie sprechen . ´´ sagte der Doktor nach einer Weile, als er die Geschwindigkeit des Gleiters weiter verringerte, als sie ein Gebirge überflogen hinter dem sich die große Wüste erstreckte, unter deren Sand sich der gut geschützte Bunker befand. ,, Wer ist Rhodan ?´´ hakte Connor verwirrt nach. ,, Rhodan ist einer der mächtigsten Männer des Universums und er ist gewillt uns zu helfen . ´´ Connor schwieg und starrte aus einem der Panoramafenster.
,, Connor´´, ich habe sie gerufen, um mit ihnen privat sprechen zu können. ´´ hörte er Rhodan sagen, der sich hinter einem der großen Schreibtische niedergelassen hatte, mit denen der Raum ausgestattet war. ,, Weshalb mich ?´´ ,, weil sie der Schlüssel sind´´. ,, Der ... was ?´´ ,, Ich zeige ihnen nun geheime Informationen, die mein Geheimdienst unter höchsten Risiken beschaffen konnte. Connor setzte sich auf einen der freien Stühle und seufzte dabei. ,, ... Der angrenzende Bereich befindet sich in etwa 200 Kilometern Tiefe, auf dem Grund des Selania – Ozeans und wurde stark befestigt´´. Wir gehen davon aus, dass es sich hierbei um eine Art Kommandogebäude handeln muss, welches auch die zentralen Defensivsysteme der planetaren Abwehr mit strategischen Informationen versorgt´´. Rhodan spulte die Aufnahme vor und hielt an einem Punkt an.
,, Hier ist eine der wichtigsten Stellen. ´´ flüsterte Rhodan, als eine piepsige Stimme aus den Lautsprechern drang. ,, ... konnte ich feststellen, das es sich um einen Operationssaal handelt, der eine einzige Liege in der Raummitte beinhaltete´´. Nachdem es mir gelang unbemerkt weiter vorzudringen, fiel mir im schummerigen Licht auf, dass sich eine verhüllte Gestalt auf der Liege befand, die schwer atmete´´. Ein kurzes Bild erschien auf dem Bildschirm und zeigte, wie ein Biber oder Mausartiges Lebewesen die Laken von der Gestalt zog. Ein Bild später konnte Connor das Gesicht der Gestalt erkennen.
Es war sein eigenes, blasses, von unsäglichen Schmerzen gepeinigtes Gesicht. Der Monitor erlosch und Connor fühlte, wie kalter Schweiß über seine gerunzelte Stirn herunterlief, bis er ihm in den Augen brannten. Er wollte sprechen, doch die Stimme versagte ihm. ,, Wir wissen bis jetzt, dass sie ihr Atmungssystem entnommen und diese untersucht haben, sie haben ihnen jedoch bewusst oder unbewusst eine zu geringe Menge an Narkotisiakum gespritzt´´. erklärte Rhodan. ,, Wer oder was hat das... getan ``? ,, Wir nennen sie die Raumformer. ´´ ,, eine Rasse, die in der Lage ist, halbmateriell oder immateriell zu erscheinen und die Möglichkeit besitzt den Weltraum nach ihren Wünschen frei zu gestalten.´´
,, Sie bedrohen mehrere Sternensysteme, die verzweifelt versuchen ihnen Parole zu bieten, bisher aber gescheitert sind.´´ ,, Es wurden bereits mehrere Raumflotten zerstört, bevor sie sich in den sicheren Hyperraum retten konnten. ´´ ,, Wir erhoffen uns genauere Hinweise durch eine Untersuchung, die mehrere Lösungswege erschließt, bevor sie auch meine Heimatwelt erreichen. ´´ ,, Ich... werde versuchen ihnen zu helfen. ´´ ,, Ich danke ihnen. ´´ Sie reichten sich die Hände, als sie Vibrationen mehrere Strahleneinschüsse spürten, die sich nicht sehr weit von ihrer Position in den rauen Boden gruben.
Der Himmel zeigte sich an diesem Tag von seiner gewohnten Seite, nichts deutete hier daraufhin, das sich an anderen Orten Zerstörung, Leid und endgültige Vernichtung breit machten. Hier aber war alles anders. Er lief wie jeden morgen den langen Strand entlang, an dem damals die ,,Lichter´´ die Erde, die Felsen und den großen Wald erschaffen hatten, indem sie vor langer Zeit ihre kleine Siedlung gegründet hatten, über die das ,, Wesen ´´ wachte, dass man am ,, Hauptbaum´´ besonders gut hören konnte. Es hörte sich immer an, wie das rhythmische pochen eines Herzens. Inzwischen war er an seiner Lieblingsstelle angekommen und ließ sich auf dem warmen Stein nieder, der vom goldenen Licht jeden Tag erwärmt wurde und bis spät abends noch Wärme spendete, die er so liebte. Er rollte sich zusammen und ließ seinen Schwanz lässig herunterhängen. Einige Zeit später vermeinte er im Rauschen des Meeres seinen Namen herauszuhören.
Es rief nach ihm, doch er kannte dieses Geräusch schon seit langem. Es war schon in seiner frühen Kindheit hin und wieder aufgetaucht, doch diesmal hörte er sich flehend an gar verzweifelt. Er spürte, dass er sich nicht länger davon abwenden konnte und streckte sich noch einmal, bevor er aufstand und zum rauschendem Wasser ging. Das goldene Leuchten hatte indessen an Intensität verloren und es würde nicht mehr lange dauern, bis die goldenen Funken vom dunkelblauem Himmel fielen, was hier den beginn der Nacht ankündigte. Seine kleinen Füße wurden langsam nass und er fühlte sich wie in Trance versetzt. Waren es die Lichter, die nach ihm riefen oder doch etwas anderes ? Er konzentrierte sich auf diesen Ruf und sah plötzlich vor sich einen Planeten, der über der Wasseroberfläche auseinander riss und dessen Teile im Meer langsam versanken.
Er konnte in diesem Moment unendliches Leid spüren, das ihm fast den Verstand geraubt hätte, doch er stand immer noch am Strand und seine Augen waren bis aufs äußerste geweitet, als er fühlte, wie sein Körper innerlich verbrannte. Kurz darauf fand er sich nach einem kurzem Ausfall all seiner Sinne an einem Ort wieder, den er noch nie in seinem Leben zuvor gesehen hatte. In dem Raum befanden sich zwei Bäume auf denen Lichter in einem merkwürdigem Licht schienen, das ihm so überhaupt nicht gefiel. Auch erkannte er ein großes Ding, das quadratisch mit vielen Wurzeln übersäht, in einer Ecke stand und blau leuchtete. Plötzlich war es dunkel und ein rotes Licht erhellte den Raum nur dürftig.
Er zog es vor sich unter den,, Bäumen´´ zu verstecken, die mögliche fremde Blicke fernhalten konnten. Dann erzitterte der Raum und er presste sich ganz fest gegen die ungewöhnlich kalte Wand, die völlig glatt war und jetzt silbern funkelte. In diesem Augenblick kam ein großes, schlankes, weiß gekleidetes,, Etwas´´ durch eine der geschlossenen Wände gestürmt und nahm ihn blitzschnell auf. Kurz darauf fand er sich in einem düsteren Raum wieder, der scheinbar die Form einer Blase hatte und durch dessen diffusen grauen Wände er einen Tunnel? erblicken konnte. Was er hörte tat ihm in den Ohren weh. Spitze Schreie, knistern von Feuer, Pieptöne und pochende Schläge konnte er gerade noch heraushorchen. Er schloss die Augen und versuchte sich so klein wie möglich zu machen, um sich vor diesem Wesen zu verstecken. Er roch wenige Minuten danach frische, warme Luft und versuchte nach einer kurzen Überwindungsphase einen weiteren Blick durch die Wände zu erhaschen, sah jedoch nur Finsternis.
Dann vernahm er Stimmen die von Feuer, Flucht und Angriffen berichteten und davon, das es bald Vorbei sei. Von einem Moment auf den anderen wurde er emporgehoben, bis er die offenbar geschlossene Blase unter sich sah, die an einem weißen Tuch herunterhing. Als er sich wieder einigermaßen gefasst hatte und seine Blicke sich nach oben wandten, erblickte er ein schmales Gesicht, welches ihn aus freundlichen Augen beobachtete und mit gesenkter Stimme zu ihm sagte,, Du bist jetzt in Sicherheit.´´ ,, Hab´ keine Angst. ´´ Die Stimme klang vertraut in seinen Ohren. Es war die flehende Stimme, die er im Ozean vernommen hatte, als er am Strand sein,, Schläfchen ´´ gehalten hatte. ,, Mein Name ist Ranton, Tony Ranton. ´´ entgegnete ihm das unbekannte Wesen. ,, Hast du einen Namen ?´´ ,, Ich heiße Nathan . ´´ erklärte er zitternd. Das Gesicht der Person ihm gegenüber versteinerte kurz. ,, ... Kennst ... du einen ... Mann namens Nathan Hunt ?´´ ,, Eines der Wesen trägt diesen Namen, aber ... woher kennst du ... ihn ?´´ fiepste er ungläubig und fiel nach hinten auf die unebene, weiche Fläche, auf der er zuvor noch gestanden hatte.
Ein Gasriese war inzwischen auf den riesigen Rundschirmen aufgetaucht, dessen grellrotes Licht nicht ganz von den Abdunklungsfeldern herausgefiltert werden konnte. Sie waren hierher gekommen, um das Phänomen der erloschenen Sonnen genauer zu erforschen. ,, Sensorabtastung um den Faktor 4 erhöhen und Intensivscan der Ebene 2 ausführen.´´ ,, Verstanden Commander.´´ ,, Sensorabtastung läuft, Intensivscanabtastungsergebnise liegen binnen 5 Stunden vor.´´ ,, Stabile Umlaufbahn einnehmen und Entfernung von 2500 Kilometern nicht unterschreiten.´´ ,, Schutzschirme auf volle Leistung.´´ ,, Aye, Sir.´´ Sichtlich erschöpft ließ sich der Kommandant der ,, PROTECTOR ´´ in seinen Sessel fallen. Er fühlte sich stark erschöpft, was bei einem Dauereinsatz von 48 Stunden wohl keine große Besonderheit sein mochte. Er würde sich bald zur Ruhe begeben müssen, wollte er seine volle Einsatzbereitschaft erhalten. Er erkannte das er wie alle anderen dieses Schiffes alles geben mussten, um den Raumformern endlich Widerstand leisten zu können. Auch hoffte er, das die USO bald Hilfskräfte entsenden würde.
Leider war ihre ,, Spezialentwicklung´´ immer noch nicht einsatzfähig. Die Informationen waren erschreckend gewesen, die er in den letzten Datenübertragungen gelesen hatte. Den Raumformern war es offenbar gelungen einen wichtigen Stützpunkt am Rande der Milchstraße zu erobern und für ihre Zwecke zu nutzen. Wenn sie herausbekamen, wie die Hyperfunkanlagen funktionierten und die Systeme überlisteten, konnten sie die Erde irgendwann finden. Es war ein sehr gut geschützter Stützpunkt gewesen, der sich tief im Inneren eines Asterioiden befunden hatte und mehrere schwere Strahlengeschütze, sowie einen starken Schutzschirm gehabt hatte. Doch waren die Diskusschiffe überraschend aufgetaucht und setzten binnen kurzer Zeit die Defensivsysteme des Asterioiden außer Kraft. Alle hofften, das dieser Massenmord bald ein Ende haben würde. Zu diesem Zeitpunkt wussten sie noch nicht, das bald die entscheidende Phase eingeleitet werden würde, die alles verändern sollte.
,, Was bist du für ein Wesen ?´´ ,, Ich bin ein Mensch.´´ ,, Mensch ... ?´´ ,, Wirst du mich ... töten ?´´ ,, Es gab zu viele Morde,´´ ,, Nein ... Ich möchte dich um deine Hilfe bitten, wenn du kannst. ,, Wie soll ... ich dir helfen können ?´´ ,, Ich bitte dich etwas über das ,, Wesen ´´ zu erzählen, welches ... Nathan Hunt heißt.´´ ,, Ich …´´ die kleine Maus zitterte wieder in seiner Handfläche. ,, Ich ... lese in deinen Gedanken, dass du es gut mit mir meinst.´´ ,, Das ,, Wesen´´ fiel einer Erzählung nach in seinem Lichtwagen vom Himmel und schlug in der Erde ein.´´ ,, Dann gab es eine Feuersbrunst, die einen Krater schuf.´´ ,, Ein paar von uns sollen dorthin gegangen sein, kehrten jedoch nie wieder.´´ ,, Der Krater wurde irgendwann von den Bäumen besucht, die sich dort niederließen.´´ ,, In der Mitte des Kraters entstand später eine kleine Insel, auf der ein goldener Baum wuchs, der leuchtete.´´
,, Man hörte immer mal Stimmen von diesem Ort, der von uns als heiliger Platz angesehen wird.´´ ,, Was erzählten diese Stimmen.´´ ,, Man hörte sie sinnieren über das Leben und ein Ort namens ,, Erde ´´.´´ ,, Was ... was noch ´´ ,, Irgendwann hörte man nur noch eine Stimme, die verzweifelt klang.´´ ,, Sie erzählte von einem Jungen, den er finden müsse und dem er sein Wissen mitteilen möchte.´´ ,, Einen Namen ?´´ Tränen liefen ihm über seine Wangen und er spürte, das ihn die Trauer fast überwältigte. ,, Keine Namen.´´ Er ließ seine Handfläche mit der Maus auf den Rücksitz den Transportgleiter sinken und die Maus setzte sich erschrocken auf das Polster. ,, Was hast du ?´´ fragte die Maus erhielt aber keine Antwort. Das Wesen saß gekrümmt da und zitterte am ganzen Leib.
Nun konnte er seinen Kummer nicht mehr länger niederringen, er hatte es zu lange getan. Sein Großvater hatte ihn aufgezogen, als er schon sehr früh seine Eltern verloren hatte, die bei einem ihrer ,, Experimente ´´ im Feuer verbrannt waren. Eine Welt war für ihn zusammengebrochen, als er die Nachricht erhalten hatte, das sein Großvater im Einsatz getötet worden war. Nach einer Weile hörte er aus den Lautsprechern der Innenkabine, das der Transportgleiter am Ziel angekommen war. Tony erhob sich langsam aus dem Sitz und stand auf einer der zahlreichen Straßen von Terrania, der Hauptstadt der Liga freier Terraner. Nathan war inzwischen mit ein paar beherzten Sprüngen neben im gelandet und schwieg.
Als sie ein paar Minuten den Bürgersteig entlang gegangen waren brach Tony Ranton die Stille. ,, Ich ... habe immer wieder versucht weiterzumachen, aber irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem dich die Vergangenheit einholt.´´ Sie hielten vor einem modernen Bungalow, der einen prächtigen Vorgarten besaß. Vor der Haustüre angekommen blickte Tony Nathan an und sprach: ,, Vielleicht ist es Schicksal das wir uns getroffen haben, vielleicht ist es aber auch durch den Willen anderer geschehen.´´ Nathan verstand nicht, was ihm Tony damit sagen wollte, nickte jedoch kurz, als sich die Tür öffnete und sie durch einen kleinen Gang schritten, der von Zeit zu Zeit die Innenbeleuchtung farblich veränderte.